Der „neue“ Paketmanager DNF

Viele Linux-Distributionen kann man nach der Art der zugrunde liegenden Pakete in zwei große Lager unterscheiden:

  • Debian-basiert, zu erkennen an Paketen mit der Endung .deb (z.B. bei Ubuntu)
  • Red Hat-basiert, zu erkennen an Paketen mit der Endung .rpm (z.B. bei Red Hat, Fedora, CentOS)

Diese Pakete sind komprimierte Archive, in denen beispielsweise die notwendigen Dateien zur Installation und Verwaltung von Programmen enthalten sind. Meistens kommt allerdings ein Paket nicht selten alleine und so hängt die erfolgreiche Installation von einem oder mehreren anderen Paketen ab. Um diese Abhängigkeiten aufzulösen und alle erforderlichen Pakete ebenfalls zu installieren, benötigt es eine gewisse Logik und hier kommen die Paketmanager ins Spiel.

Für RPM-Pakete wurde oftmals der „Yellowdog Updater Modified (YUM)“ verwendet, der darüberhinaus sogar Aktualisierungen des gesamten Systems vornehmen kann.

Im Januar 2012 spaltete sich ein Projekt mit dem Namen „Dandified YUM (DNF)“ von dem bei Red Hat und Fedora standardmäßig verwendeten Paketmanager „YUM“ ab. In den letzten Jahren wurde viel Arbeit in diesen „neuen“ Paketmanager gesteckt und mit der Version 22 hat Fedora den bisherigen Paketmanager YUM nun endgültig durch DNF ersetzt.

Die Vorteile von DNF sollen darin liegen, dass der Paketmanager nun deutlich schneller laufen soll, weniger Arbeitsspeicher beansprucht und kompatibel mit der Programmiersprache Python 3 ist.

Die grafische Software-Verwaltung basiert selbstverständlich ebenso auf DNF, aber Sie können DNF auch im Terminal ausführen. Die Synthax ist dabei vergleichbar mit derjenigen von YUM. Um beispielsweise ein Paket zu installieren, genügt ein

sudo dnf install <Paketname>

wobei Sie den exakten Namen eines Paketes mit der Suchfunktion ermitteln können:

sudo dnf search <Programm>

Informationen über einzelne installierte und verfügbare Pakete erhalten Sie durch den Info-Befehl:

sudo dnf info <Paketname>

Um schließlich das gesamte System zu aktualisieren, genügt der Befehl

sudo dnf upgrade

Im Unterschied zu YUM bedeutet übrigens bei DNF die Option upgrade hier dasselbe wie update. Wer sein System auf diese Weise aktualisieren möchte, wird recht schnell merken, dass sich DNF den Zeitstempel der letzten Aktualisierung merkt und für eine gewisse Zeit das erneute Herunterladen von Update-Informationen verhindert. Um dieses Verhalten zu beeinflussen, können Sie entweder die Metadaten durch

sudo dnf clean metadata

löschen oder sämtliche temporären Daten mithilfe von

sudo dnf clean all

löschen. Weitere hilfreiche Informationen erhalten Sie selbstverständlich wieder über die Manpage

man dnf